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Das innere Kind & Weihnachten – wie alte Erinnerungen unser Erleben prägen

  • Autorenbild: Claudia Weidinger
    Claudia Weidinger
  • 22. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Dez. 2025


Kaum eine Zeit des Jahres berührt uns so tief wie die Advents- und Weihnachtszeit. Lichter, Düfte, Musik – sie wecken Erinnerungen, Sehnsüchte und manchmal auch alte Wunden. Während Kinder voller Vorfreude auf den Heiligabend warten, spüren viele Erwachsene ein leises Ziehen im Herzen.

Das liegt nicht daran, dass wir „zu sensibel“ sind – sondern daran, dass Weihnachten unser inneres Kind besonders deutlich an die Oberfläche bringt. Es ist die Zeit, in der sich Vergangenheit und Gegenwart emotional berühren.


Ein Wohnzimmer mit klassischer Weihnachtsdekoration (Lametta, Christbaumkugeln, Lichterketten), leicht unscharf, um Nostalgie zu erzeugen.
Ein festlich geschmücktes Zuhause lässt alte Erinnerungen lebendig werden lässt.


Inhalte:




1. Das innere Kind – wer es ist und warum es sich meldet


Der Begriff „inneres Kind“ beschreibt die emotionalen Anteile in uns, die aus unserer Kindheit stammen. Sie speichern nicht nur Erinnerungen, sondern auch Gefühle, Bedürfnisse und Bindungserfahrungen.

  • Das Kind, das geliebt und gehalten wurde, erinnert sich an Geborgenheit.

  • Das Kind, das sich übersehen fühlte, erinnert sich an Leere oder Enttäuschung.

  • Das Kind, das Harmonie suchte, aber Streit erlebte, spürt heute unbewusst Anspannung bei Familientreffen.

In der Weihnachtszeit werden diese alten Emotionen reaktiviert – durch vertraute Rituale, Gerüche oder Situationen. Die Psychologie spricht hier von emotionaler Konditionierung: Ein vertrauter Reiz (z. B. das Läuten einer Glocke) kann alte Gefühle auslösen, selbst wenn die Situation längst vergangen ist.


Der Zauber der Kindheit spiegelt sich in jedem liebevoll verpackten Geschenk wider.
Der Zauber der Kindheit spiegelt sich in jedem liebevoll verpackten Geschenk wider.

2. Bindungstheorie trifft Weihnachtsrituale


Die Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth erklärt, dass unsere frühen Beziehungserfahrungen die Basis für spätere emotionale Muster bilden. An Weihnachten – einer Zeit der Nähe, Erwartungen und Rituale – werden diese Muster sichtbar wie unter einem Brennglas.


Sicher gebundene Menschen

Sie erleben Weihnachten oft als Gelegenheit für Nähe und Wärme. Sie können geben, empfangen und auch Unvollkommenheit aushalten.

Unsicher-vermeidende Menschen

Für sie kann zu viel Nähe Stress bedeuten. Sie halten lieber Distanz, lenken sich mit Organisation oder Perfektionismus ab.

Unsicher-ambivalente Menschen

Sie sehnen sich nach Harmonie, sind aber gleichzeitig sensibel gegenüber Ablehnung oder Konflikten.

Desorganisierte Bindungsmuster

Diese entstehen oft nach frühen Verletzungen. Weihnachten kann dann widersprüchliche Gefühle auslösen: Sehnsucht nach Nähe und gleichzeitig Angst davor.

Kurz gesagt: Weihnachten spiegelt nicht nur Traditionen wider – sondern unsere tiefsten Bindungserfahrungen.


Ein altes Fotoalbum mit Weihnachtsbildern aus den 80er oder 90er Jahren.
Alte Weihnachtsfotos lassen Kindheitserinnerungen lebendig werden.

3. Alte Prägungen erkennen – warum es wichtig ist


Wenn du dich in der Adventszeit besonders sensibel, überfordert oder traurig fühlst, liegt das nicht an „zu viel Drama“. Es ist ein Hinweis deines Nervensystems, dass alte emotionale Spuren aktiviert werden.

Beispiele:

  • Du fühlst dich verantwortlich, dass „alle glücklich sind“ → vielleicht warst du als Kind der emotionale Ausgleich in der Familie.

  • Du ziehst dich an Weihnachten lieber zurück → vielleicht war Nähe früher mit Stress verbunden.

  • Du verspürst übermäßige Sehnsucht nach Harmonie → möglicherweise kompensierst du alte Enttäuschungen.

Das Erkennen dieser Muster ist der erste Schritt zur Selbstheilung. Denn du kannst nur verändern, was du bewusst wahrnimmst.


Junge Frau die traurig einen Weihnachtsbaum betrachtet
Ein übermäßiges Bedürfnis nach Harmonie ist oft ein Schutz vor alten Enttäuschungen.

4. Heilsame Weihnachtsrituale für dein inneres Kind


Rituale sind psychologisch gesehen emotionale Anker. Sie helfen, Sicherheit und Struktur zu spüren – etwas, das unser inneres Kind dringend braucht.


Hier sind ein paar Beispiele für Rituale, die du bewusst gestalten kannst:

1. Schreib deinem inneren Kind einen Brief

Erinnere dich an ein Weihnachtsfest aus deiner Kindheit. Was hättest du dir damals gewünscht – an Worten, an Nähe, an Sicherheit? Schreibe es heute an dich selbst.

2. Gestalte ein neues Symbolritual

Zünde eine Kerze für dein jüngeres Ich an – als Zeichen: „Ich sehe dich. Ich bin da. “Solche Gesten schaffen emotionale Integration.

3. Führe ein „echtes“ Adventsritual ein

Nicht Perfektion, sondern Verbindung: Vielleicht ein Spaziergang am Abend um die weihnachtlichen Beleuchtungen anzusehen, ein Abend ohne Medien, ein ehrlicher Anruf bei jemandem, der dir wichtig ist.

4. Kreative Rückverbindung

Backe die Plätzchen, die du als Kind geliebt hast, oder höre ein altes Weihnachtslied. Aber diesmal mit Bewusstsein – nicht aus Nostalgie, sondern aus Selbstfürsorge.


Hände von Eltern und Kind, die gemeinsam Weihnachtsplätzchen dekorieren.
Gemeinsames Backen verbindet Generationen und weckt Kindheitserinnerungen.

5. Reflexionsfragen für dich


Diese Fragen kannst du dir während der Adventszeit stellen – oder in einem Journal notieren. Sie können dir helfen, dein Erleben bewusst zu gestalten und alte Dynamiken zu verstehen:

  1. Welche Gefühle tauchen in mir auf, wenn ich an Weihnachten denke?

  2. Was war als Kind mein schönster Moment – und was mein schwierigster?

  3. Welche Rolle hatte ich in meiner Familie damals? (z. B. „die Vernünftige“, „der Vermittler“, „die Fröhliche“)

  4. Wo wiederhole ich heute ähnliche Muster – und wo möchte ich etwas Neues gestalten?

  5. Was würde mein inneres Kind sich heute von mir wünschen?


    Tipp: Du kannst diese Fragen auch gemeinsam mit einem Partner, einer Freundin oder in der Familie reflektieren – sie schaffen ehrliche Gespräche jenseits des Smalltalks.


Hände, die ein altes Spielzeug halten – z. B. eine Puppe, ein Auto oder ein Teddy, der an die eigene Kindheit erinnert.
Das innere Kind wird wieder lebendig, wenn Erinnerungen auftauchen.

6. Weihnachten neu erleben: Mitgefühl statt Pflichtgefühl


Wenn du dein inneres Kind würdigst, verändert sich automatisch dein Erleben. Du musst nicht für die perfekte Stimmung sorgen oder die Erwartungen aller erfüllen. Es reicht, bewusst da zu sein – für dich und andere.

Psychologisch gesehen entsteht emotionale Heilung, wenn wir uns selbst die Fürsorge geben, die wir früher vermisst haben. So kann Weihnachten von einem Trigger zu einer Chance werden: Eine Einladung, alte Emotionen zu integrieren – und die Gegenwart liebevoller zu gestalten.


Eine Familie, die zusammen lacht oder Geschenke austauscht, mit Fokus auf warme Farben und emotionale Nähe.
Weihnachten: Momente voller Nähe, Liebe und Erinnerung

7. Fazit: Weihnachten als Brücke zur Selbstverbindung


Das innere Kind ist kein nostalgischer Teil, sondern eine lebendige Stimme in dir. Wenn du ihr zuhörst, kannst du dich selbst tiefer verstehen – und Beziehungen ehrlicher gestalten.

Weihnachten ist dann nicht mehr nur ein Fest der Erwartungen, sondern ein Raum für innere Begegnung. Denn manchmal liegt der wahre Zauber nicht im Baum, nicht in den Geschenken – sondern in dem Moment, in dem du dich selbst mit Sanftheit ansiehst und sagst:

„Ich bin da – und das reicht.“

  1. FAQs

Was ist das „innere Kind“ und warum ist es wichtig zu Weihnachten?

Das „innere Kind“ beschreibt die in uns gespeicherten Kindheitserfahrungen und -Gefühle. Besonders an Weihnachten prägen diese Erinnerungen unsere Weihnachtsgefühle und beeinflussen, wie wir Freude, Geborgenheit oder Nostalgie erleben.

Wie beeinflussen Kindheitserinnerungen unser Erleben von Weihnachten?

Kindheitserinnerungen wirken stark auf unsere Wahrnehmung der Feiertage. Gerüche, Lieder oder Rituale aus der Kindheit können nostalgische Gefühle in uns hervorrufen und unser emotionales Erleben von Weihnachten intensivieren.

Kann das Bewusstsein für das innere Kind das Weihnachtsfest bereichern?

Ja. Wer sein inneres Kind kennt, kann bewusst schöne Erinnerungen aktivieren, alte Muster erkennen und die Weihnachtszeit emotional erfüllender gestalten. Dadurch wird Weihnachten zu einer bewussten, positiven Erfahrung.

Was kann man machen, wenn Weihnachten negative Kindheitserinnerungen weckt?

Negative Erinnerungen können durch bewusstes Wahrnehmen der Gefühle, Gespräche oder kreative Methoden wie Schreiben und Malen verarbeitet werden. Auch das Schaffen neuer Weihnachtsrituale kann uns dabei helfen, die Feiertage positiv und stressfrei zu gestalten.


Lies gerne auch meine folgenden Blogbeiträge:







  1. Über mich


Herzlich Willkommen!


Mein Name ist Claudia Weidinger, und ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie in Bayreuth.

Ob Stress, Überforderung, Einsamkeit oder anhaltende Sorgen – in meiner Praxis begleite ich Sie in einem sicheren und wertschätzenden Rahmen. Gemeinsam entwickeln wir Schritte, die Ihnen helfen können, wieder mehr innere Balance und Wohlbefinden zu erleben.


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📧 E-Mail: info@claudia-weidinger-heilpraxis.de

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🌐 Website https://www.heilpraxis-claudia-weidinger.com/





Quellen:

Bildquelle: Canva


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